Tagesgeld oder Festgeld?

Für wen eignen sich Tagesgeld und Festgeld als Formen der Geldanlage und worin unterscheiden sich Festgeld und Tagesgeld?

Tagesgeld oder Festgeld? Diese Frage stellen sich derzeit viele Anleger, scheuen doch immer mehr Menschen neue Anlagen in Wertpapieren oder Investmentfonds. Zu unsicher ist derzeit die Lage an den weltweiten Kapitalmärkten und selbst ausgesprochene Experten tun sich schwer vorherzusagen, wie sich die konjunkturelle Lage in der nächsten zeit entwickeln wird. In den USA scheint es zumindest derzeit eine deutliche Abschwächung zu geben, erste Anzeichen sind auch bereits in Deutschland zu erkennen, doch wo die Kurse zum Ende des Jahres stehen werden ist so ungewiss wie lange nicht mehr.

Doch sucht man nach Alternativen der Geldanlage, stellt sich schnell die Frage welche der verschiedenen Formen die richtige ist. Genauso wie man sich bei einem Engagement an der Börse nicht auf einen Wert beschränken und sein Investment möglichst breit streuen sollte, so kann man diese Weisheit natürlich auch auf andere Anlageformen anwenden. Nichts desto trotzt eignen sich manche Anlagen besser für einen bestimmten Anlegertyp als dies andere Anlageformen tun. Gerade in Punkto Tagesgeld und Festgeld gibt es klare Unterschiede, die entweder die eine oder die andere Geldanlage als vorteilhafter erscheinen lassen.

Tagesgeld ist flexibel

Die wichtigste Frage, die sich ein Anleger stellen sollte ist, ob man auf das anzulegende Kapital für einen gewissen Zeitraum auf jeden Fall verzichten kann. Denn während der Anleger beim Tagesgeld jederzeit auf seine Einlage zugreifen kann, ist dies beim Festgeld nicht möglich. Während der gesamten, zuvor festgelegten Anlagedauer, liegt dieses Geld buchstäblich fest und kann nicht abgezogen werden. Daher ist es bei einer Investition in Festgeld sehr wichtig dass das Kapital nicht vor Ablauf benötigt wird. Anleger, die eine Geldanlage für ihren Notgroschen suchen, den sie aber vielleicht schon in einigen Monaten für Ausgaben benötigen könnten, sollten daher von vornherein auf Festgeld verzichten und sich lieber für ein Tagesgeldkonto entscheiden.

Festgeld bietet konstante Zinsen

Der nächste Punkt betrifft die allgemeine Zinsentwicklung. Sowohl die Zinsen auf Tagesgeld, als auch die Zinsen auf Festgeld richten sich nach den am Geldmarkt aktuellen Zinsen. Daher besteht ein direkter Einfluss der durch die Europäische Zentralbank festgesetzten Leitzinsen auf die Höhe der Zinsen von Tagesgeld und Festgeld. Während beim Tagesgeld die kontoausgebende Bank jederzeit die Zinsen anpassen, also auch senken kann, stehen beim Festgeld die Zinsen während der gesamten Anlagedauer fest. Rechnet der Anleger während der geschätzten Dauer der Anlage mit Zinserhöhungen seitens der Notenbank, so ist Tagesgeld unter Umständen die bessere Wahl, da mit steigenden Leitzinsen auch die Tagesgeld Zinsen steigen werden. Rechnet der Anleger hingegen eher mit sinkenden Leitzinsen, so ist eine Anlage in Festgeld von Vorteil, da dann die aktuell höheren Zinsen für die gesamte Dauer der Anlage angerechnet werden. Somit kann ein Anleger auch nach einer deutlichen Zinssenkung noch für die gesamte Anlagedauer die gleiche Rendite erzielen.

Letztendlich ist die nötige Verfügbarkeit des anzulegenden Kapitals die wichtigste Frage die sich ein Anleger stellen sollte und falls er sich nicht absolut sicher ist auf dieses Geld während der gesamten Laufzeit verzichten zu können, so sollte er sich eher für ein Tagesgeldkonto entscheiden und auf eine Anlage in Festgeld verzichten.